Bildung: Berufliche Bildung

Die berufliche Bildung ist ein Erfolgsmodell, auf das Niedersachsen stolz sein kann. Während in vielen europäischen Ländern die Jugendarbeitslosigkeit dramatische Ausmaße annimmt, sorgt unser duales Ausbildungssystem für verlässliche Perspektiven und qualifizierte Fachkräfte. Die enge Verzahnung von praktischer Ausbildung im Betrieb und theoretischer Bildung in der Berufsschule vermittelt nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern bereitet junge Menschen umfassend auf ein selbstbestimmtes Berufsleben vor. Gleichzeitig garantiert dieses System unserer Wirtschaft den Nachwuchs an Fachkräften, den sie für ihre Wettbewerbsfähigkeit braucht.

Doch dieses bewährte System steht vor erheblichen Herausforderungen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sinkt seit Jahren, immer mehr Betriebe ziehen sich aus der Ausbildung zurück, während gleichzeitig tausende Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Besonders alarmierend ist die wachsende Zahl junger Menschen, die im sogenannten Übergangssystem feststecken – einem undurchsichtigen Geflecht aus Maßnahmen und Bildungsgängen, das allzu oft zu Warteschleifen statt zu Perspektiven führt. Mehr als ein Drittel aller Schulabgänger durchläuft heute Angebote, die nicht zu einem vollqualifizierenden Berufsabschluss führen.

Für uns Liberale ist klar: Die berufliche Bildung muss gesellschaftlich und finanziell der akademischen Ausbildung gleichgestellt werden. Wir wollen ein durchlässiges, flexibles Bildungssystem, das jedem jungen Menschen die Chance auf einen qualifizierten Berufsabschluss bietet – unabhängig vom Schulabschluss oder sozialen Hintergrund. Das Übergangssystem muss radikal vereinfacht, die Berufsschulen modernisiert und die Attraktivität der dualen Ausbildung erhöht werden. Dabei setzen wir auf klare Strukturen statt bürokratischen Wildwuchs, auf individuelle Förderung statt Standardprogramme und auf echte Durchlässigkeit zwischen allen Bildungswegen.

Berufsorientierung und Übergänge in und aus der Ausbildung

Der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung entscheidet über Lebenschancen. Doch viel zu viele Jugendliche finden nach dem Schulabschluss nicht direkt den Weg in eine Ausbildung. Das liegt nicht nur am Ausbildungsplatzangebot, sondern auch daran, dass junge Menschen oft zu spät und zu oberflächlich über ihre beruflichen Möglichkeiten informiert werden. Die Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen ist heute zu oft dem Zufall überlassen – abhängig vom Engagement einzelner Lehrkräfte und den Kontakten der Eltern. Besonders Jugendliche aus bildungsfernen Familien oder mit Migrationshintergrund bleiben so auf der Strecke.

Gleichzeitig erleben wir ein paradoxes Phänomen: Während tausende Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, finden tausende ausbildungswillige Jugendliche keinen Platz. Diese Matching-Probleme entstehen durch unzureichende Information, regionale Ungleichgewichte und zu starre Strukturen. Wir brauchen eine Berufsorientierung, die alle Schüler_innen erreicht, die früh beginnt und die kontinuierlich begleitet. Und wir brauchen eine Übergangsbegleitung, die gefährdete Jugendliche nicht allein lässt.

Das sogenannte Übergangssystem ist zu einem Labyrinth geworden, in dem sich weder Jugendliche noch Fachleute zurechtfinden. Bundesweite und landesweite Programme, kommunale Angebote, Maßnahmen der Arbeitsagenturen und Bildungsgänge der Berufsschulen bilden ein undurchschaubares Geflecht. Für die Betroffenen bedeutet dies oft: Sie durchlaufen Maßnahme um Maßnahme, ohne dass sich ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz wirklich verbessern. Wir brauchen ein Übergangssystem, das transparent ist, das hohe Qualität garantiert und das tatsächlich in Ausbildung mündet.

Unsere Pläne:

  • Potenzialanalyse ab Klasse 7: In allen Schulformen des Landes führen wir durch eine Vorverlegung und Verstärkung des Programms “Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“ ab der 7. Klasse standardisierte Potenzialanalysen durch, die die individuellen Stärken, Interessen und Entwicklungsbedarfe aller Jugendlichen erfassen. Diese werden wissenschaftlich fundiert durchgeführt und dienen als Grundlage für eine individuelle Berufswegeplanung, die gemeinsam mit den Jugendlichen, ihren Eltern und der Schule entwickelt wird.
  • Verbindliche Berufsorientierung an allen Schulen: Berufsorientierung wird wichtiger Bestandteil des Unterrichts an allen weiterführenden Schulen in Niedersachsen – auch an Gymnasien. Ab Klasse 7 werden alle Schüler_innen systematisch über berufliche Perspektiven informiert, lernen verschiedene Berufsfelder kennen und entwickeln eine realistische Vorstellung von ihren Möglichkeiten nach dem Schulabschluss. Die berufliche Ausbildung wird dabei gleichrangig neben dem Studium präsentiert.
  • Verpflichtende Betriebspraktika für alle: Jede Schüler_in absolviert mindestens zwei mehrwöchige Betriebspraktika in unterschiedlichen Berufsfeldern. Diese werden in der Schule vor- und nachbereitet und gehen in die Benotung ein. Zusätzlich ermöglichen wir Kurzpraktika von 5-10 Tagen, für die sich Schüler_innen bei entsprechender Betriebsbestätigung vom Unterricht befreien lassen können.
  • Übergangsbegleitung für gefährdete Jugendliche: Jugendliche, bei denen die Potenzialanalyse oder der Schulverlauf darauf hindeuten, dass der Übergang in die Berufsausbildung schwierig werden könnte, erhalten spätestens im letzten Schuljahr eine individuelle Übergangsbegleitung durch qualifizierte Berufseinstiegsbegleitung. Diese unterstützen bei der Berufswahl, der Ausbildungsplatzsuche, Bewerbungen und begleiten bis zur sicheren Einmündung in Ausbildung – bei Bedarf auch darüber hinaus.
  • Digitale Berufsberatungsplattform: Wir schaffen eine landesweite digitale Plattform, auf der alle Jugendlichen Zugang zu umfassenden Informationen über Ausbildungsberufe, freie Ausbildungsplätze und Beratungsangebote haben. KI-gestützte Chatbots ermöglichen niedrigschwellige Erstberatung rund um die Uhr. Videoberatungen ergänzen die persönlichen Angebote vor Ort, um auch im ländlichen Raum gute Beratung zu gewährleisten.
  • Reduktion des Übergangssystems auf wenige Grundtypen: Wir reduzieren die Vielzahl der Übergangsmaßnahmen und -bildungsgänge auf zwei klare Grundtypen: Erstens Angebote für noch nicht ausbildungsreife Jugendliche, die gezielt zur Ausbildungsreife führen und bei deren Erreichen eine verbindliche Zusage auf einen vollqualifizierenden Ausbildungsplatz erfolgt. Zweitens eine einjährige betriebsnahe Vorbereitung für ausbildungsreife Jugendliche, die noch keine Ausbildung gefunden haben, mit dem Ziel der direkten Übernahme in Ausbildung.
  • Betriebliche Praxis im Mittelpunkt: Alle Maßnahmen und Bildungsgänge im Übergangsbereich werden so gestaltet, dass betriebliche Praxisphasen mindestens 50 Prozent der Zeit ausmachen. Nur durch echten Kontakt zur Arbeitswelt können Jugendliche realistische Berufsvorstellungen entwickeln und zeigen, was in ihnen steckt. Gleichzeitig lernen Betriebe potenzielle Auszubildende kennen.
  • Schulabschlüsse im Übergangssystem: Alle Bildungsgänge und Maßnahmen im Übergangsbereich ermöglichen grundsätzlich den Erwerb eines ersten oder höherwertigen Schulabschlusses. Damit wird investierte Zeit doppelt genutzt: für die Verbesserung der Ausbildungschancen und für bessere Bildungsabschlüsse.
  • Landesweite Qualitätsstandards: Wir definieren verbindliche Qualitätsstandards für alle Angebote im Übergangsbereich: maximale Gruppengrößen, Qualifikationsanforderungen für das Personal, verpflichtende individuelle Förderplanung und regelmäßiges Monitoring der Vermittlungserfolge. Angebote, die diese Standards nicht erfüllen, werden nicht mehr gefördert.
  • Keine Warteschleifen mehr: Jugendliche, die ein Angebot des Übergangssystems beginnen, aber die vereinbarten Ziele ohne nachvollziehbaren Grund nicht verfolgen, können nach Abmahnung von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen werden. Umgekehrt haben Jugendliche, die ihre Vereinbarungen erfüllen, einen Rechtsanspruch auf die zugesagten Anschlussangebote.

Attraktive Berufsausbildung, die Talente erfolgreich fördert

Die duale Ausbildung leidet unter einem Imageproblem. Zu oft wird sie als Notlösung für diejenigen gesehen, für die ein Studium nicht infrage kommt. Diese Geringschätzung der beruflichen Bildung ist nicht nur ungerecht gegenüber den Auszubildenden und Fachkräften, sondern schadet auch unserer Wirtschaft, die dringend auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen ist. Besonders Jugendliche mit Abitur entscheiden sich heute seltener für eine Ausbildung – eine verpasste Chance für beide Seiten.

Dabei bietet die berufliche Bildung hervorragende Karriereperspektiven. Meister, Techniker und Fachwirte verdienen häufig nicht weniger als Akademiker, und die Arbeitslosigkeit unter Fachkräften mit Berufsabschluss ist niedriger als unter Hochschulabsolventen. Doch diese Tatsachen sind zu wenig bekannt. Wir müssen die Attraktivität der dualen Ausbildung steigern – durch bessere Rahmenbedingungen, mehr Durchlässigkeit und echte Wertschätzung.

Eine Ausbildung zu beginnen ist für viele junge Menschen auch eine finanzielle Herausforderung. Die Ausbildungsvergütung reicht gerade in den ersten Lehrjahren oft kaum zum Leben, besonders wenn für ein Zimmer oder eine Wohnung bezahlt werden muss. Hinzu kommen Kosten für Lehrmittel, Arbeitskleidung oder Fahrtkosten. Für junge Menschen aus einkommensschwachen Familien kann dies zum Hindernis werden. Zudem sind die Arbeitszeiten in vielen Ausbildungsberufen noch immer unflexibel, was Eltern oder Menschen mit besonderen Betreuungspflichten den Zugang erschwert.

Unsere Pläne:

  • Abitur während der Ausbildung: Wir ermöglichen es allen Auszubildenden, parallel zur Ausbildung die Fachhochschulreife oder das Abitur zu erwerben. Hierfür werden an Berufskollegs entsprechende Bildungsgänge eingerichtet, die berufsbegleitend, in Abend- oder Wochenendkursen sowie digital absolviert werden können. Die erfolgreiche Teilnahme wird im Abschlusszeugnis der Ausbildung bescheinigt.
  • Durchlässigkeit zwischen Ausbildung und Studium: Inhalte und Prüfungsleistungen aus der Ausbildung können auf fachlich geeignete Studiengänge angerechnet werden – und umgekehrt. Wechsler zwischen den Bildungswegen können so Zeit sparen. Wir schaffen hierzu landesweit einheitliche und transparente Anrechnungsverfahren zwischen Berufskollegs, Hochschulen und Kammern.
  • Duales Studium massiv ausbauen: Die Zahl der dualen Studienplätze in Niedersachsen wird deutlich erhöht – und zwar über technische und wirtschaftliche Bereiche hinaus. Besonders in sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Bereichen unterstützen wir die Schaffung neuer dualer Studiengänge. Diese dürfen zeitlich nicht überfrachtet sein und müssen auch Masterperspektiven eröffnen.
  • BAföG für Auszubildende verbessern: Wir setzen uns auf Bundesebene für eine deutliche Erhöhung und Dynamisierung der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) und des Schüler-BAföG ein. Die Freibeträge werden an die gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst, die Vermögensanrechnung wird entschärft.
  • Azubi-Ticket für ganz Niedersachsen: Alle Auszubildenden in Niedersachsen erhalten ein vergünstigtes Ticket für den öffentlichen Nahverkehr, das im gesamten Landesgebiet gültig ist und preislich deutlich unter dem Deutschland-Ticket liegt. Für Auszubildende mit sehr weitem Schulweg übernimmt die BAB die Kosten vollständig.
  • Azubi-Wohnheime ausbauen: Wir fördern den Bau und die Sanierung von Azubi-Wohnheimen durch Zuschüsse und günstige Darlehen. Hierzu können leerstehende Gebäude, etwa ehemalige Kasernen, umgenutzt werden. Auch Kooperationen zwischen Azubi- und Studierendenwohnheimen werden gefördert.
  • Teilzeitausbildung für alle öffnen: Alle Ausbildungen, bei denen dies organisatorisch möglich ist, werden auch in Teilzeit angeboten. Berufskollegs müssen hierzu nach einer Übergangsphase und in für das Lehrpersonal langfristig tragbaren Arbeitsumständen flexible Unterrichtszeiten (auch abends und am Wochenende), Blockunterricht und digitale Formate anbieten. Dies ermöglicht Eltern, Menschen mit Pflegeverantwortung oder gesundheitlichen Einschränkungen den Zugang zur Ausbildung.
  • Schnellere Anerkennung für Berufserfahrene: Menschen, die mehrere Jahre ohne formale Ausbildung in einem Beruf gearbeitet haben, erhalten die Möglichkeit, durch eine verkürzte Externenprüfung einen anerkannten Berufsabschluss nachzuholen. Wir schaffen hierzu Vorbereitungskurse, die berufsbegleitend absolviert werden können.
  • Perspektiven für Studienabbrecher_innen: Studienabbrecher_innen erhalten umfassende Beratung und die Möglichkeit, erbrachte Studienleistungen auf eine Berufsausbildung anrechnen zu lassen. Wir schaffen verkürzte Ausbildungswege für Studienabbrecher_innen, die deren bereits erworbene Kenntnisse anerkennen.

Starke Betriebe, moderne Berufsschulen und qualifizierte Berufsschullehrer

Viele Betriebe, besonders kleine und mittlere Unternehmen, würden gerne ausbilden, stoßen dabei aber an Grenzen. Die Anforderungen der Ausbildungsordnungen können sie nicht vollständig erfüllen, qualifiziertes Ausbildungspersonal fehlt, oder der bürokratische Aufwand erscheint zu hoch. Besonders im ländlichen Raum und in Regionen mit Strukturwandel wird die Aufrechterhaltung betrieblicher Ausbildung zur Herausforderung. Gleichzeitig gibt es Betriebe, die Jugendliche mit Startschwierigkeiten ausbilden möchten, aber unsicher sind, wie sie diese gut begleiten können.

Die Berufskollegs sind neben den BBS und den Kammern das Rückgrat der beruflichen Bildung in Niedersachsen. Hier findet der theoretische Teil der dualen Ausbildung statt, hier werden Schulabschlüsse nachgeholt, hier erwerben junge Menschen die Fachhochschulreife oder das Abitur mit beruflichem Schwerpunkt. Doch viele der Institutionen sind in einem beklagenswerten

Zustand: marode Gebäude, veraltete Ausstattung in Werkstätten und Laboren, zu große Klassen, fehlende Lehrkräfte. Die Digitalisierung ist oft nicht über Pilotprojekte hinausgekommen.

An den Berufskollegs herrscht dramatischer Lehrkräftemangel. In vielen Fachrichtungen können Stellen über Jahre nicht besetzt werden, Unterricht fällt aus, Klassen werden zusammengelegt, die Qualität leidet. Ein Grund dafür ist, dass die Anforderungen an Berufsschullehrkräfte sehr hoch sind – oft wird ein Studium mit Masterabschluss vorausgesetzt. Gleichzeitig bietet die Wirtschaft vielen Fachkräften attraktivere Perspektiven als der Schuldienst. Wir brauchen dringend neue Wege in den Beruf der Berufsschullehrkraft.

Unsere Pläne:

  • Externes Ausbildungsmanagement: Jeder Betrieb in Niedersachsen kann kostenfrei auf externe Ausbildungsberatung zurückgreifen, die bei der Organisation und Durchführung der Ausbildung unterstützen. Diese helfen bei der Vorbereitung auf die Ausbildung, der Auswahl geeigneter Bewerber_innen, der Integration von Jugendlichen mit Startschwierigkeiten und der Bewältigung von Konflikten während der Ausbildung.
  • Ausbildungsverbünde fördern: Wir fördern intensiv die Bildung von Ausbildungsverbünden, in denen mehrere Betriebe gemeinsam ausbilden und sich die Ausbildungsinhalte aufteilen. Besonders für kleinere Betriebe und im ländlichen Raum ist dies oft der einzige Weg, vollwertig auszubilden. Die Kammern übernehmen hierbei eine koordinierende und beratende Rolle.
  • Assistierte Ausbildung ausbauen: Für Betriebe, die Jugendliche mit besonderem Förderbedarf ausbilden, bauen wir die assistierte Ausbildung aus. Sozialpädagogische Begleitung, Nachhilfe und Krisenintervention werden kostenfrei zur Verfügung gestellt, um Ausbildungsabbrüche zu verhindern.
  • Prämie für schwierige Fälle: Betriebe, die Jugendliche ausbilden, die besondere Startschwierigkeiten haben (etwa Abbrecher aus dem Übergangssystem, Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Behinderungen), erhalten eine finanzielle Prämie für erfolgreich abgeschlossene Ausbildungen.
  • Sanierungsoffensive für Berufskollegs: Das Land stellt den Kommunen über ein Sonderprogramm finanzielle Mittel für die Sanierung von Berufskollegs zur Verfügung.
  • Moderne Ausstattung garantieren: Werkstätten, Labore, Lehrküchen und andere Praxiseinrichtungen an Berufskollegs müssen dem aktuellen Stand der jeweiligen Branchen entsprechen. Wir verpflichten das Land zu einer jährlichen Bedarfsermittlung und stellen auf dieser Grundlage Mittel für die Modernisierung bereit. Ziel ist ein Ausstattungszyklus von maximal drei Jahren.
  • Digitale Vollausstattung: Alle Berufskollegs erhalten eine vollständige digitale Infrastruktur mit flächendeckendem WLAN, digitalen Tafelsystemen, ausreichend Endgeräten und zeitgemäßer Software. Die Wartung wird durch professionelle IT-Dienstleistende oder „digitale Hausmeister_innen“ sichergestellt.
  • Kleinere Klassen und Gruppen: Die Klassengrößen an Berufskollegs werden schrittweise reduziert. Im theoretischen Unterricht sinkt die Klassenobergrenze auf 24, in Klassen mit überwiegend zugewanderten Schüler_innenn auf 20. In Praxisgruppen gilt eine Obergrenze von 12, bei besonders anspruchsvollen oder gefährlichen Tätigkeiten von 10.
  • Berufsschulunterricht wohnortnah sichern: Wir wollen vermeiden, dass Auszubildende weite Strecken zur Berufsschule zurücklegen müssen. Deshalb fördern wir auch kleinere Berufsschulstandorte im ländlichen Raum. Wo ausbildungsplatznahe Beschulung nicht möglich ist, werden digitale Lösungen und Blockunterricht mit Unterbringung in Azubi-Wohnheimen ermöglicht.
  • Flexible Unterrichtszeiten: Berufskollegs müssen Unterricht auch in ungewohnten Formaten anbieten: Abends, am Wochenende, als Blockunterricht, in Teilzeit, hybrid oder vollständig digital. Dies ermöglicht Auszubildenden mit Kindern, Pflegeverantwortung oder gesundheitlichen Einschränkungen die Teilnahme.
  • Seiteneinstieg aus dem Studium vereinfachen: Hochschulabsolvent_innen mit fachlich passendem Studium können direkt in den Schuldienst einsteigen und berufsbegleitend in 24 Monaten die pädagogische Qualifikation erwerben. Statt eines vollständigen Vorbereitungsdienstes absolvieren sie eine Kombination aus Teilzeitlehrtätigkeit (mit entsprechender Vergütung) und begleitenden Fortbildungen, die teilweise digital und in den Ferien stattfinden.
  • Seiteneinstieg aus der Praxis ermöglichen: Menschen mit Meisterbrief, Techniker-, Fachwirt- oder vergleichbarem Abschluss können als Fachlehrkräfte an Berufskollegs tätig werden. Wer zusätzlich den Ausbildereignungsschein besitzt, kann die Qualifizierung um ein halbes Jahr verkürzen. Wer nachweislich mindestens fünf Jahre erfolgreich Auszubildende ausgebildet hat, kann ohne weitere pädagogische Qualifizierung als Fachlehrkraft eingestellt werden.
  • Werkstattlehrkräfte besser bezahlen: Werkstattlehrkräfte, die den praktischen Unterricht in Werkstätten, Laboren und Lehrküchen leiten, werden von der Besoldungsgruppe A9 in die Gruppe A10 eingestuft. Ihre Arbeit ist gleichwertig mit der von Fachlehrkräften und muss entsprechend vergütet werden.
  • Doppeltätigkeit in Betrieb und Schule ermöglichen: Fachlehrkräfte können parallel in einem Betrieb und am Berufskolleg beschäftigt sein. Dies ermöglicht den direkten Praxisbezug und macht das Berufsschullehramt für Fachkräfte aus der Wirtschaft attraktiver. Wir schaffen hierfür flexible Arbeitszeitmodelle.

Weitere Themenprogramme:

  • Bildung: Schule

    Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben – und damit Ausdruck von Freiheit. Doch die Realität an unseren Schulen in Niedersachsen sieht oft anders aus: überfüllte Klassen, marode Gebäude, überarbeitete Lehrkräfte und ein System, das viel zu oft an den Bedürfnissen der Kinder vorbeigeht. Kindern die größtmöglichen Chancen zu eröffnen, ist eines der wichtigsten…

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    Ein Studium in Niedersachsen muss mehr sein als der bloße Erwerb eines Abschlusses. Es ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes, in Innovation, Wohlstand und gesellschaftlichen Fortschritt. Unsere Hochschulen sind Orte der Forschung, der kritischen Auseinandersetzung und der persönlichen Entwicklung – sie prägen die Fachkräfte und Führungspersönlichkeiten von morgen. Doch während andere Regionen massiv…

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    Während andere Regionen die Energiewende als Chance für Wohlstand und Unabhängigkeit begreifen, bremsen wir uns selbst aus – mit zu langsamen Genehmigungen, zu wenig Personal und zu viel Zögern. Dabei haben wir alles, was es braucht: Flächen für Wind und Sonne, innovative Unternehmen und eine Industrielandschaft, die bereit ist für den Wandel. Die Frage ist…